Geschichte über Horneburg

Der älteste Nachweis für eine Besiedlung des Horneburger Geestrandes am Urstromtal der Elbe kann noch heute auf einem archäologischen Lehrpfad durch einige Großsteingräber westlich von Gut Daudieck besichtigt werden. Die Gräber datieren in die Zeit um etwa 3500 v. Chr., wie Grabbeigaben auswiesen.

An der Kreuzung zweier mittelalterlicher Heer- und Handelswege mit einer Furt durch die Lühe entstanden Markt, Warenumschlag- und Wegezollstelle, Pferdewechselstationen und Ausspanne für Kaufleute, Händler, Pilger und Studenten, Hausierer und Bettler. Handwerker siedelten sich an und gewährleisteten mit ihrer Fachkenntnis und Arbeitsleistung die Fortsetzung der Reise, wenn die unbefestigten Fernverkehrswege Schuhwerk, Wagen und Karren, Zaumzeug und Fässer bei Unfällen oder durch Verschleiß beschädigt oder zerstört hatten. Im ausgehenden Mittelalter wurde Horneburg so durch den Erzbischof und Landesherrn zu einem Marktflecken privilegiert.

Der Hafen in Horneburg hatte bis zum Beginn des Eisenbahnbaus 1881 eine überragende Bedeutung für Horneburg und das Umland. Von ganz besonderer Bedeutung war der Fährverkehr über die Elbe nach Hamburg und Schleswig- Holstein. Schwedische Jordebücher und der Transport Jütländischer Rinderherden geben Auskunft über Fährverbindungen nach Wedel (Holstein). Händler kauften in Dänemark jährlich mehr als 20000 Stück Vieh auf, die im Horneburger Hafen landeten und auf dem so genannten Ochsenweg bis in die Niederlande getrieben wurden.

Die Geschichte des heutigen Fleckens Horneburg ist bis ins 19. Jahrhundert mit der der Burgmänner auf der Burg Horneburg eng verflochten. Zunächst werden um 1200 zwei Ritterfamilien in Urkunden als Zeugen genannt, nämlich die von Borch auf der Stader Geest und die Schulte von der Lühe im Alten Land. Sie sind, gemeinsam mit anderen Adelsfamilien der Umgebung, Burgmänner auf der 1255 erbauten Horneburg.

Im Schutze der Horneburg entstand die gleichnamige Ortschaft. 1311 wurde die Horneburg im Zuge der Gefangennahme Heinrich von Borchs, des Isern Hinnerk, belagert und erobert. Während einer Fehde mit dem Bistum Verden und den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg wurde die Horneburg 1426 erneut belagert. Diese Belagerung musste allerdings erfolglos abgebrochen werden. Um 1500 löste sich die Wohngemeinschaft der Burg auf, und die adeligen Familien bauten sich Gutshäuser außerhalb des Burggeländes. Der schwedische Generalleutnant Hans Christoph von Königsmarck ließ die Burg 1645 abreißen.

Geschichte_Bild1

Geschichte_Bild2

Geschichte_Bild4

Geschichte_Bild3